Kleine Geschichte der Bieretiketten

Über viele Jahrhunderte wurde Bier in der Regel in Fässern gelagert und transportiert
und  „offen“ ausgeschenkt oder „lose“ verkauft. Nach dem Jahr 1800 tauchten dann
erste Flaschen aus Steinzeug auf, die - wenn überhaupt - eingebrannte oder gestempelte
Herkunftsbezeichnungen trugen. Die ersten gläsernen Bierflaschen datieren ein paar
Jahrzehnte später und waren zunächst nur mit Präge-Beschriftungen versehen.

Im Zeitraum 1870 / 1880 begann man dann zunächst für den Export bestimmte Bierflaschen
mit aufgeklebten Papieretiketten zu kennzeichnen. Diese kostengünstige Methode hat sich
sehr schnell allgemein durchgesetzt. Auch Anhänger wurden und werden zur Kenzeichnung
benutzt. Was jahrzehntelang aus bedrucktem Papier bestanden hat, wird heute zunehmend
durch Aufkleber oder bedruckte Kunststofffolien ergänzt.



Bieretiketten in Deutschland

Im Verlaufe der Jahrhunderte hat es im Gebiet der heutigen Bundesrepublik mehr als 30.000 - zumeist gewerbliche -
Braustätten gegeben. Nur ein Bruchteil davon hat überhaupt jemals Bier in Flaschen abgefüllt.

Nach Auswertung historischer Brauereiverzeichnisse und eigener Recherchen gehe ich davon aus , dass mehr als 5.300 deutsche Brauereien zur Kennzeichnung ihrer Bierflaschen Etiketten in den unterschiedlichsten Ausführungen benutzt haben.

 

 

Das Archiv  

Was vor über 50 Jahren als Kinderspielerei - mit in der Badewanne schwimmenden Bieretiketten - begonnen hat, ist seither zum Archiv deutscher Bieretiketten gewachsen. Mit der Sammlung verfolge ich heute die Zielrichtung, das Schaffen der Brauereien - in den Grenzen des heutigen Deutschland - anhand der Etikettierung von Bierflaschen zu illustrieren. Für über 4.000 verschiedene Braustätten liegt zumindest ein Bieretikett vor. Welche das sind, verrät das Brauereiregister.

Das gesamte Archiv umfasst mehr als 25.000 Bieretiketten, die im historischen Kontext einen vielfältigen und steten Wandel dokumentieren; seit etwa 1880 bis heute. Je nach Betrachtungsansatz erzählen sie viele spannende Geschichten vom jeweiligen Zeitgeist, politischen Systemen, Biersorten, Krisenzeiten, Brauereientwicklungen, Ausdrucksformen der Werbung, Kennzeichnungserfordernissen, Druckverfahren, Gestaltungsstilen und vielem mehr. Machen Sie sich selbst einen Eindruck durch die Etikettenbilder.

Nach Terminvereinbarung ist das Archiv für die Öffentlichkeit einsehbar. Unabhängig davon gibt es Beteiligungen an Ausstellungen und Publikationen. Einen kleinen Abriss zeigt die Rubrik Aktivitäten. Darüber unterstütze ich interessierte Fachkreise in ihrem vielfältigen Schaffen. Dabei stütze ich mich auf die vollständige digitale Katalogisierung und den Einsatz einer Datenbank, die auch komplexe inhaltliche Abfragen ermöglicht.

 

Ich suche

Leider habe ich von nahezu 1.400 deutschen Brauereien überhaupt noch kein Etikett. Hier bin ich ständig auf der Suche !
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir vielleicht etwas Fehlendes anbieten könnten - sei es im Tausch oder zum Kauf.
Eine Aufstellung dieser Braustätten können Sie meinem Brauereiregister entnehmen.

Die Etiketten müssen nicht druckfrisch sein; auch schlecht erhaltene Stücke erzählen eine Geschichte und haben ihren Charme. Allerdings haben Kopien in meinem Archiv nichts zu suchen.

 

Ich biete

Im Laufe der Zeit haben sich bei mir viele Tausend oppelte Bieretiketten angesammelt. Von welchen Brauereien, das können Sie ebenfalls dem Brauereiregister entnehmen. Ich biete Ihnen auf Nachfrage einzelne Stücke zum Tausch oder auch zum Kauf an. Bitte fragen Sie nach.

  

 

Aufbau des Archivs

● Das Archiv ist vollständig mit Karteikarten (DIN A 6 quer) organisiert, die in
   entsprechenden Kästen untergebracht sind.

● Die systematische Ablage basiert auf einem
Ordnungsprinzip in drei Ebenen:
   Bundesland > Orte > Brauereien
 
● Den einzelnen Bundesländern werden Titelkarten vorangestellt, hinter denen
   (alphabetisch nach Ortsnamen) mit Trennkarten die einzelnen Brauerei
   und den dazu gehörigen Etiketten untergebracht sind.

 

trennkarten

Archiv
 



Verwaltung des Archivs

Um den Überblick zu behalten, habe ich eine Access-
Datenbank aufgebaut, in der alle Brauereien erfasst sind,
von denen mir Hinweise auf die Nutzung von Etiketten
vorliegen. Darauf basiert auch meine Brauereiregister.

Damit sind jederzeit flexible Auswertungen, Zusammen-
stellungen, Zählungen, Suchen, Ausdrucke etc. möglich.

Alle ca. 25.000 Etiketten des Archivs sind
eingescannt und über die Rubrike Etikettenbilder
- in alphabetischer Abfolge der Orte - als pdf-Dokumente
einsehbar.